Was sagt der Islam über „Mütter“?

 

Dies ist eines der überzeugendsten Dinge des Islams - die Behandlung von Frauen im Allgemeinen und insbesondere die hohe Stellung der Mütter, die sie im Islam innehalten.

 

Zu den deutlichsten Beispielen, wie der Islam die Frauen ehrt, gehört die hohe Stellung der Mutter im Islam. Der Islam befiehlt Freundlichkeit, Respekt und Gehorsam gegenüber den Eltern und betont besonders den Vorrang der Mutter, was in diesem Artikel gezeigt wird. Der Islam erhebt die Eltern in eine Stellung, die viel höher ist, als in jeder anderen Religion oder Ideologie.

 

Der Befehl, gut zu seinen Eltern zu sein, kommt direkt aus dem Quran. Allah sagt:

 

„Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern...“ [der heilige Quran 4:36]

 

Die Erwähnung der Dienerschaft den Eltern gegenüber folgt unmittelbar nach der Dienerschaft zu Gott. Dies wird durchgehend im Quran wiederholt.

 

"Und dein Herr hat befohlen: "Verehrt keinen außer Ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht »Pfui!« zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise. Und senke für sie in Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sprich: »Mein Herr, erbarme Dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich als Kleines aufgezogen haben.«" [der heilige Quran 17:23-24]

 

Der große Gelehrte Abu al-Faraj Ibn Al-Jawzî (gest. 1201 n.Chr.) erklärt:

 

Gut zu seinen Eltern zu sein, bedeutet: Ihnen zu gehorchen, wenn sie dir auftragen, etwas zu tun, außer wenn es sich um etwas handelt, was Allah verboten hat; ihren Aufforderungen Vorrang vor freiwilligen Handlungen in der Anbetung zu geben; sich dessen enthalten, was sie dir zu tun verboten haben; für sie sorgen; ihnen zu dienen; sich an sie mit sanfter Demut und Barmherzigkeit zu wenden; weder deine Stimme vor ihnen zu erheben, noch deinen Blick auf sie zu fixieren; sie nicht bei ihren Namen zu nennen; und geduldig mit ihnen zu sein. (Ibn al-Jawzî, Birr al-Wâlidayn)

 

Der Quran betont die großen Anstrengungen, welche die Mutter für ihr Kind auf sich nimmt, um die Notwendigkeit hervorzuheben, die Aufopferungen der Eltern zu erwidern:

 

"Und Wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen - seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre -: Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr.“ [der heilige Quran 31-14]

 

Der bekannte Exeget Scheich Abdur-Rahman As-Sa'di (gest.1956) sagt über diesen Vers:

 

Und zur Bedeutung deiner Eltern: sei freundlich zu ihnen, lass auf sie Liebe, Zuneigung und Frömmigkeit niederregnen, sowohl mit Worten, als auch mit Taten, behandle sie mit sanfter Demut, sorge für sie und verletzte sie niemals verbal oder körperlich. [...] Allah nennt uns den Grund, warum wir freundlich zu unseren Eltern sein sollen, in dem er sagt {seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche}, das heißt, die Mutter trug ein andauerndes Leiden; in Schmerz und Mühsal vom ersten Moment an, als sie das Kind in ihrem Leib sich bewegen spürte bis zu den schlimmsten Qualen während der Zeit der Entbindung. Und {seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre}, das heißt, dass die Mutter ihr Kind während dieser zwei Jahre stillt und sich darum kümmert. Also können wir nicht, nach all den Jahren des Leidens, des Mühsals, der Liebe und Fürsorge,  unsere Mütter dafür entlohnen, was sie für uns getan haben und ihnen ihre Rechte erwidern? (Taysîr al-Karîm ar-Rahmân fî Tafsîr al-Kalâm al-Manân)

 

Der Quran wiederholt die Erwähnung des Leidens der Mutter in einer anderen Passage:

 

Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, gegen seine Eltern gütig zu sein. Seine Mutter trug ihn wider Willen, und wider Willen brachte sie ihn zur Welt. Und ihn zu tragen und ihn zu entwöhnen erfordert dreißig Monate, bis er dann, wenn er seine Vollkraft erlangt und vierzig Jahre erreicht hat, sagt: "Mein Herr, sporne mich an, dankbar zu sein für Deine Gnade, die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast, und (sporne mich an,) Rechtes zu wirken, das Dir wohlgefallen mag. Und lass mir meine Nachkommenschaft rechtschaffen sein. Siehe, ich wende mich zu Dir, und ich bin einer der Gottergebenen. [der heilige Quran 46:15]

 

Im Anschluss an diese Passage schreibt der verstorbene Großmufti von Pakistan Scheich Muhammad Shafy (gest. 1976):

 

Die Mutter hat mehr Rechte als der Vater

 

Obwohl der erste Teil des Verses ein Befehl ist, zu beiden Elternteilen gut zu sein, bezieht sich der zweite Teil nur auf die Mühsal, die die Mutter erlitten hat, denn sie ist unvermeidbar und kein Kind kann ohne sie geboren werden. Jede Mutter muss die Schwierigkeiten der Schwangerschaft und die heftigen Schmerzen während der Entbindung durchmachen. Im Gegensatz dazu, muss der Vater keine Mühsal bei der Erziehung und Bildung seiner Kinder aufwenden, wenn er es sich leisten kann, jemanden anderes für diesen Service zu bezahlen. Deshalb hat der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) den Müttern mehr Rechte gegeben, als sonst irgendjemanden. Gemäß eines Hadiths hat er gesagt,

 

„Tue Gutes und diene deiner Mutter, dann deiner Mutter, dann deiner Mutter, dann deinem Vater, dann deinen nahen Verwandten und dann denen, die nach ihnen kommen.“ [Mazhari]

 

„Und ihn zu tragen und ihn zu entwöhnen erfordert dreißig Monate“ [der heilige Quran 46:15]

 

Auch dieser Satz beschreibt die Mühsal, die die Mutter für ihr Baby erduldet. Er zeigt auf, dass sogar nach den Strapazen der Schwangerschaft und der schweren Wehen die Mutter keine Erholung bekommt, denn die natürliche Nahrung der Säuglinge ist in ihren Brüsten und sie muss sie stillen. (Shafy, Ma'âriful Qur'ân [Eng. trans.], 7. Band, S. 795-796f)

 

Der Prophet Mohammad (Frieden und Segen seien auf ihm) wies seine Anhänger immer wieder auf den Status der Mutter und auf die Pflicht, gut zu seinen Eltern zu sein, hin. Die folgende Überlieferung ist ein schönes Beispiel für die prächtige Position der Mutter:

 

Ein Mann kam zum Propheten und sagte: Oh Allahs Gesandter! Wer hat das meiste Anrecht auf gute Behandlung meinerseits? Er antwortete: „Deine Mutter.“ Jener fragte: „Wer danach?“ Er antwortete: „Deine Mutter.“ Jener fragte: “Wer danach?” Er antwortete: „Deine Mutter!” Jener fragte: “Wer danach?” Er antwortete: “Dein Vater.” (Sahîh Bukhârî 5971 und Sahîh Muslim 7/2)

Scheich Muhammad Ali Al-Hashimi merkt folgenden Kommentar zu diesem Hadith an:

 

Dieser Hadith bestätigt, dass der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) der freundlichen Behandlung der Mutter Vorrang gegenüber der guten Behandlung des Vaters gab. (Al-Hashimi, „The Ideal Muslimah“, IIPH 2005, S. 165)

 

Auch der spätere Großmufti von Saudi-Arabien, Scheich Abdul-Aziz Ibn Baz (gest. 1999) kommentiert diesen Hadith, indem er sagt:

 

Es ist also erforderlich, dass die Mutter dreimal so viel Freundlichkeit und gute Behandlung erfährt, wie der Vater. (Majmoo' Fataawaa wa Maqalat Mutanawwi'ah)

 

Er schreibt auch:

 

Das Geheimnis ihrer Wichtigkeit liegt in der enormen Belastung und Verantwortung, die auf sie geladen wurde, und in den Schwierigkeiten, die sie zu schultern hat – Verpflichtungen und Schwierigkeiten, von denen einige nicht mal der Mann erträgt. Deshalb ist es eine der wichtigsten Verpflichtungen des Menschen, Dankbarkeit, Freundlichkeit und eine gute Kameradschaft gegenüber seiner Mutter zu zeigen. Und in dieser Sache ist ihr Vorrang über und gegenüber dem Vater gegeben wurden. […] Und ich habe keinen Zweifel daran, dass meine Mutter – möge Allah sie mit seiner Gnade überschütten - einen enormen Einfluss auf mich hatte, indem sie mich ermutigte zu studieren; und sie hat mich darin unterstützt. Möge Allah ihren Lohn erhöhen und sie mit der besten Belohnung dafür belohnen, was sie für mich getan hat. (Majmoo' Fatawa wa Maqalat Mutanawwi'ah)

 

Der Prophet Mohammad (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte auch in einer berühmten Erzählung:

 

“Das Paradies liegt unter den Füßen der Mutter” [Musnad Ahmad, Sunan An-Nasâ’i, Sunan Ibn Mâjah]

 

Gibt es einen größeren Beweis für die Ehrung der Frau, als diesen? Der Islam hat gewissermaßen die ultimative Belohnung für die Menschen in ihre Hingabe zu ihren Müttern gelegt.

 

Scheich Ibrahîm Ibn Sâlih Al-Mahmud schreibt:

 

Behandle deine Mutter mit bester Kameradschaft, dann deinen Vater, denn das Paradies ist unter den Füßen der Mutter. Sei niemals ungehorsam deinen Eltern gegenüber, oder mache sie wütend, sonst wirst du ein elendes Leben in dieser Welt und im Jenseits leben und deine Kinder werden dich in der gleichen Art und Weise behandeln. Frage deine Eltern sanft, wenn du etwas brauchst. Danke ihnen immer, wenn sie es dir geben und entschuldige es ihnen, wenn sie es nicht machen, und bestehe niemals auf einer Sache, wenn sie es ablehnen, sie dir zu geben. (Al-Mahmoud, “How to be kind to your Parents”, S. 40)

Von Talhah ibn Mu'âwiyah as-Salamî wurde berichtet, dass er gesagt hat:

 

Ich kam zum Propheten und sagte “Oh Allahs Gesandter, ich wollte für Allah in den Kampf ziehen“. Er fragte: "Hast du eine Mutter?" Er antwortete: "Ja." Da sagte der Prophet: "Klammere dich an ihre Füße, denn das Paradies ist dort.“ (at-Tabarânî).

 

Scheich Nidhaam Sakkijihaa erklärt:

 

“Klammere dich an ihre Füße” heißt, sich ihr zu unterwerfen, ihr nahe zu sein, sie zu beschützen, ihr zu dienen, denn das ist das Paradies und mit ihrer Zufriedenheit wirst du den guten Segen Allahs genießen. (Sakkijihaa, “Honoring the Parents”, S. 52)

 

Der Prophet Mohammed (Frieden und Segen seien auf ihm) zeigte uns in der folgenden Überlieferung, welche von Abdullah Ibn Mas’ud berichtet wurde, wie wichtig es ist, seinen Eltern zu dienen:

Ich fragte den Propheten: "Oh Allahs Gesandter, welche ist die beste Tat?“ Er antwortete: "Die Gebete zur richtigen Zeit zu verrichten." Ich fragte: "Welche ist die nächste Güte?" Er antwortete: "Pflichtbewusst und freundlich zu seinen Eltern zu sein." Dann fragte ich: "Welche ist die nächste Güte?" Er sagte: "Die Anstrengung (Jihad) auf dem Wege Allahs." [Sahîh Bukhârî, Sahîh Muslim]

 

So wie der Prophet sagte, dass Güte den Eltern gegenüber zu den besten Taten gehört, sagte er auch, dass Ungehorsamkeit ihnen gegenüber zu den größten Sünden gehört:

 

„Die größten Sünden sind, Allah Partner bei zugesellen, seinen Eltern gegenüber ungehorsam und unfreundlich zu sein, das Töten der unantastbaren Seele und das Ablegen eines falschen Zeugnisses.“ [Sahîh Bukhârî]

 

Auch nach dem Propheten Mohammad (Frieden und Segen seien auf ihm) haben die muslimischen Gelehrten immer wieder die Wichtigkeit betont, gehorsam seiner Mutter gegenüber zu sein. Wenn man das Verhalten und die Lehren der frühen muslimischen Gelehrten betrachtet, kann man sehen, wie die unmittelbaren Empfänger der islamischen Botschaft den Befehl seinen Eltern gegenüber gehorsam zu sein, verstanden. Ihr Verhalten gegenüber ihren Eltern zeigt Muslimen, wie man die Lehren des Propheten im Bezug auf die Ehrung der Eltern umsetzt.

 

Abdullah Ibn Abbâs (gest. 687 n.Chr.), ein Gefährte des Propheten und ein großer Gelehrter des Islams, betrachtet die freundliche Behandlung seiner Mutter als die beste Handlung, um seine Beziehung zu Gott zu stärken und zu berichtigen. Er sagt:

 

Ich kenne keine andere Handlung, die die Menschen näher zu Allah bringt, als die freundliche Behandlung und der Respekt seiner Mutter gegenüber. [Al-Adab al-Mufrad Bukhârî 1/45]

Ein sogar noch stärkeres Beispiel finden wir in der Aussage eines anderen Gefährten des Propheten, Abdullah Ibn ‘Umar (gest. 692 n.Chr.), der ebenfalls ein größer Islamgelehrter war. Es wurde folgendes berichtet:

 

Abdullah Ibn 'Umar sah einen Jemeniten, wie er Tawâf (das Umrunden der Kaaba) machte, während er seine Mutter auf seinem Rücken trug. Dieser Mann sagte zu Abdullah Ibn 'Umar:“Ich bin wie ein zahmes Kamel für sie! Ich habe sie mehr getragen, als sie mich. Habe ich ihr zurückgezahlt, oh Ibn 'Umar?“ Abdullah Ibn 'Umar erwiderte: “Nein, nicht einmal eine Wehe!!” [Al-Adab al-Mufrad Bukhârî 1/62]

SubhânAllah (Gepriesen sein Allah)! Die Anstrengungen eines Mannes, der seine Mutter auf seinem Rücken trägt, während er Tawâf macht, kommt nicht einmal einer einzige Wehe, die sie für ihn durchgemacht hat, gleich. In der Tat war Abdul Ibn 'Umar Antwort zu diesem Mann weise und zeigte ihm so, wie hoch verschuldet er seiner Mutter gegenüber war. Dies ist der enorme Wert und die prestigeträchtige Stellung der Mutter im Islam!

 

Ein weiteres Beispiel ist in der folgenden Prophezeiung des Propheten Mohammads (Frieden und Segen seien auf ihm) zu finden:

 

Es wird ein Mann namens Uways ibn 'Âmir des Murâd Klans von dem Stamm der Qaran mit Verstärkung kommen. Er hatte Lepra, aber er wurde geheilt bis auf eine Stelle, die so groß wie eine Münze ist. Er hat eine Mutter und er hat sie immer mit Freundlichkeit und Respekt behandelt. Wenn er zu Allah betet, wird Allah seinen Wunsch erfüllen. Wenn du ihn darum bitten kannst, um Vergebung für dich zu beten, dann mache es. [Sahîh Muslim 16/95]

 

'Umar ibn al-Khattâb traf später tatsächlich Uways, der genauso war, wie ihn der Prophet beschrieben hatten und auf 'Umars Bitte hin, betete Uways für ihn. Scheich Muhammad Ali Al-Hashimî kommentiert diese Erzählung, indem er schreibt:

 

Welch einen hohen Stellenwert Uways durch seine Freundlichkeit und Respekt gegenüber seiner Mutter erreicht hat, so dass der Prophet seinen Sahabah [Gefährten] empfahl, ihn aufzusuchen und ihm zu bitten, für sie zu beten!

 

All dies zeigt den hohen Stellenwert, zu dem der Islam die Mutterschaft erhoben hat, und der Mutter wird Vorrang vor dem Vater gegeben. Gleichzeitig hat der Islam Bedeutung für beide Eltern gegeben und Freundlichkeit und Respekt für beide befohlen. (Al-Hashimi, “The Ideal Muslimah”, IIPH 2005, S. 167)

 

So groß war die islamische Betonung der Eltern, dass die Muslime sie als eine große Chance auf das Paradies betrachteten, welches sie durch den Dienst für die Mutter erlangen. Iyâs Ibn Mu'âwiyah war ein berühmter islamischer Gelehrter der zweiten Generation der Muslime. Als seine Mutter starb, weinte Iyâs Ibn Mu'âwiyah. Er wurde gefragt: “Warum weinst du?”. Er antwortete: “Ich hatte zwei Tore zum Paradies offen, jetzt ist eins geschlossen.”

 

Zayn al-'Abidîn (gest. 713 n.Chr.) war der Urenkel des Propheten Mohammads (Frieden und Segen seien auf ihm) und auch ein anerkannter Gelehrter. Er behandelte seine Mutter mit viel Freundlichkeit und Liebe, welches in folgender Überlieferung deutlich wird:

 

Einmal wurde er gefragt: “Du bist der freundlichste Mensch zu deiner Mutter, jedoch haben wir dich noch nie mit ihr von einem einzigen Teller essen sehen.” Er antwortete: “Ich habe Angst davor, dass meine Hand das nimmt, was ihre Augen schon auf dem Teller gesehen haben und dann würde ich ihr nicht gehorchen. [At-Tartushi, Birr al-Wâlidayn]

 

Anders ausgedrückt, er war so darauf bedacht, seiner Mutter gegenüber nicht ungehorsam zu sein, dass er es sogar vermied, von einem Teller mit ihr zu essen. Er dachte, dass sie einen Bissen sehen würde und beabsichtigen würde, ihn zu nehmen, doch bevor sie dies tut, würde er unbewusst den selben Bissen nehmen und ihn essen. So vorsichtig war er, seiner Mutter in den kleinsten Details zu gehorchen.

Ein anderer früherer Islamgelehrter Sa'îd Ibn Al-Musayyib (gest. 709 n.Chr.) wurde nach der Bedeutung des Verses “sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise” (17:23) gefragt. Sa'îd Ibn Al-Musayyib antwortete:

 

Er bedeutet, dass du sie ansprechen sollst, wie ein Diener seinen Herrn anspricht.

 

Mohammad Ibn Sirîn (gest. 729 n.Chr.) sprach zu seiner Mutter mit einer weichen Stimme, aus Respekt zu ihr. Er wurde auch oft in Gesellschaft seiner Mutter gesehen und kümmerte sich um sie. (Ibn al-Jawzî, Birr al-Wâlidayn)

 

Alles hier vorangegangene zeigt, wie die Stellung der Mutter – und damit auch die der Frauen – zur höchsten Stellung im Islam erhöht wurde. Die Ehre, die der Islam den Frauen gegeben hat, ist jenseits dessen, was in jeder anderen Religion, Ideologie oder Kultur zu finden ist.