Was bedeutet Denken?

„ Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.“ (Marc Aurel)

„Denken ist ein inneres Gespräch, das die Seele bei sich über das führe, was sie betrachtet.“
(Platon)

„Klug fragen ist die halbe Weisheit.“ (Francis Bacon)

Denken ist an Sprache gebunden. Informationen werden meist sprachlich vermittelt.

Denken ist: – sich bewusst vorstellen
- sich erinnern
- Begriffe bilden, urteilen
- eine Absicht haben, vorhaben, willens sein
- meinen
- überlegen, nachdenken
- verarbeitete Informationen im Gedächtnis speichern, also lernen
- psychologisch gesehen ist Denken ein Prozess des Problemlösens

( siehe Internetseite, http://www.brainworker.ch/Denkwerkstatt/denken.htm)

Daraus lässt sich schließen, dass selbständiges Denken eben selber- ständig Denken ist.
Vollkommen irrelevant ist, in welchem Bereich dies stattfinden soll, im sozialen, wissenschaftlichen oder kulturellen Bereich. Der Mensch kann aus allem lernen, aus Fehlern, Erfolgen, Misserfolgen, von anderen und dergleichen………

Eines ist nur wichtig, und zwar das Überprüfen eigener Gedanken – diese sich klar vor Augen halten, in Worte fassen, sodass sich der Mensch wohlfühlt. Das bedeutet sehr unangenehme Situationen nicht über einen langen Zeitraum mit sich „herumschleppen“, sondern die eigenen Gedanken sortieren und nach Lösungen suchen, diese Energie konstruktiv nutzen. Das Denken soll ja nutzen und nicht schaden, denn irgendwann fällt negative Energie, die im Gehirn vorherrscht auf einen/eine selbst zurück. Wenn ich versuche durch Arroganz ( negative Gedankenvorgänge ) andere zu erniedrigen, um bei mir positive Gefühle hervorzurufen, gerate ich in einen Teufelskreis und bleibe irgendwann einmal alleine.

Sich selbst ständig beobachten und auch regelmäßige „Psychohygiene“ zu betreiben, ist für das eigene Wohlsein und einen gesunden sozialen Kontakt mit anderen Menschen unumgänglich.

Der Mensch denkt nach, in welchem Gesellschaftskreis er/sie sich befinden möchte. Das kann jeder/jede sehr wohl beeinflussen, es kommt nur darauf an, wie das angegangen wird. Einen unangenehmen Menschen kann jede/jeder aus seinem/ihrem persönlichem Alltag fernhalten, ohne dass man verletzend wird.

Jeder Bereich meines Lebens kann sehr wohl durch mich beeinflusst werden, in dem ich mir gut überlege, ob ich hinein passe oder nicht. Bewusstes Gestalten eines einfachen Alltags hat sehr viel Einfluss auf den weiteren Verlauf der nächsten Tage, Monate und Jahre.

Dies alles ist I s l a m.

„ Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf. Er erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen.
Lies dein Herr ist Allgütig. Der mit dem Schreibrohr lehrt, lehrt den Menschen was er nicht wusste…..
( Quran, Kapitel Al- Alaq, Vers 1 -5 )

„………Sprich: , Sind solche , die wissen, denen gleich, die nicht wissen?’………“
( Quran, Kapitel Az- Zumar, Vers 9 )

„……… Oh, mein Herr, mehre mein Wissen….“
( Quran, Kapitel Ta Ha, Vers 114)

“……..Allah wird die unter euch, die gläubig sind, und die denen Wissen gegeben wurde, um Rangstufen erhöhen……..”
( Quran, Kapitel Al- Mugadala, Vers 11)

Der Gesandte Allahs, des Schöpfers, Muhammed s.a.w.s. sagte:

„ ….wer dem Weg der Wissenssuche folgt, (dem/der) erleichtert Allah den Weg ins Paradies.“
( Muslim)

„ Wenn der Mensch stirbt, enden seine Taten außer den folgenden drei:
1. Spenden, die er/sie gab zu wohltätigen Zwecken investierte ohne eigenen Gewinn herauszuschlagen)

2. Wissen, das weitergegeben werden konnte
3. ein Kind, das bei dem Schöpfer, für seine Eltern, um Vergebung und Erbarmen bittet.
Die Voraussetzung ist aber, dass die Eltern ihren elterlichen Pflichten nachgekommen sind, da Allah ihnen das Kind zur Obhut gegeben hat.
( Muslim)

Indem sich der Mensch ehrlich und aufrichtig seinem Schöpfer, Allah, hingibt wird dem Menschen das Wissen gegeben, wie man sein/ihr Leben bewusster gestaltet.
Diese innere Reise, sich mit sich selber auseinander zusetzen ist aufregender und auch im Hinblick des materiellen Lebens, viel effektiver.

Der Gesandte, Muhammed s.a.w.s. sagte:
„ Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen steht das zu, was er beabsichtigt hat.“ ( An- Nawawyy )

Im Islam ist es für jede Muslima und jeden Muslim absolute Pflicht, sich Wissen anzueignen!!!!!
Das bedeutet, tut sie/er das nicht und hatte aber die Möglichkeit dazu, ist mit Strafe, seitens Allah, dem Schöpfer zu rechnen!

Das Wissen im Islam ist sehr breitgefächert.

Das längste Kapitel im Quran handelt davon, dass erstellt werden. ( Kapitel, Al- Baqara, Vers 282 )

Allah fordert den Menschen auf, nachzuforschen!

Der Mensch soll sich selbst betrachten und die Umwelt.

Zwischenmenschliche Beziehungen gehören genauso zum Wissen. Wie gehe ich am Besten mit meinem Gegenüber um? Das ist der schwierigste Teil, denn hier verlangt Allah, dass jeder/jede an sich selbst arbeitet. Wie wir wissen, kommt das selten vor, denn es ist auch viel einfacher Fehler der anderen zu sehen.

Ein gutes und typisches Beispiel, wäre die Beziehung zwischen der Schwiegertochter und der Schwiegermutter. Der Ehemann ist der Meinung, dass die Ehefrau nach seiner „Pfeife“ zu tanzen hat, daher ist es völlig logisch, dass seine Mutter auch das Sagen bei seiner Frau hat.
Diese Meinung teilt auch die Schwiegermutter.

Aus der Sicht des Islam, hat die Frau keinerlei Pflichten gegenüber der Familie des Ehemannes.
Sie hat Pflichten gegenüber ihrem Ehemann und da endet es schon.
Der Ehemann ist seinen Eltern, ganz besonders seiner Mutter gegenüber absolut verpflichtet.

Ich möchte an dieser Stelle eine kurze Geschichte aus China erzählen.
Ein junges Mädchen, namens Li-Li zog, nach ihrer Hochzeit, zum Ehemann und seiner Mutter.
Nach kurzer Zeit erkannte Li-Li, dass sie keine gute Beziehung zu ihrer Schwiegermutter haben kann.
Li-Li und ihre Schwiegermutter stritten nur noch.
Der Ehemann litt sehr unter diesem Unglück, das in seinem Haus tagtäglich stattfand.

Das junge Mädchen und die ältere Frau waren vollkommen verschiedener „Natur“.
Nach der alten chinesischen Tradition verlangte man von der Schwiegertochter, Demut vor der Schwiegermutter zu zeigen und alle ihre Wünsche zu erfüllen. Das alles erschwerte die Situation von Li-Li. Eines Tages sah Li-Li keinen anderen Ausweg als zu einem guten Freund ihres Vaters zu gehen, der Verkäufer von Teesorten war. Sie erzählte ihm ihre ganze Situation und bat ihn, ihr zu helfen.
Sie fragte ihn, ob er ihr giftige Teesorten verkaufen könnte, um das Problem mit der Schwiegermutter zu lösen.

Nach kurzem Überlegen sagte der gute Freund ihres Vaters, Herr Huang, dass er ihr helfen wird, aber sie muss seine Anweisungen exakt befolgen. Sie versprach ihm, dass sie alles tun wird, was er ihr aufträgt.

Er gab ihr ein Päckchen Tee, dessen Gift sich nur langsam im Organismus verteilt und nach längerer Zeit zum Tod führt. Somit wird niemand Li-Li zur Verantwortung ziehen.
Herr Huang gab ihr die Anweisung, dass sie jeden zweiten Tag ein köstliches Gericht zaubern solle. In die Portion ihrer Schwiegermutter soll sie dann ein bisschen von dem Tee hineinstreuen.

Er machte sie darauf aufmerksam, dass sie auf ihr Benehmen achten soll, damit kein Mensch einen Verdacht schöpft. Li-Li soll immer sehr freundlich zu ihrer Schwiegermutter sein, sie darf nicht streiten, ihr gegenüber Respekt zeigen und sie wie eine Königin behandeln.

Li-Li war sehr glücklich und lief nach Hause, um mit dem „morden“ zu beginnen.
Sie folgte jeder Anweisung, die ihr Herr Huang gab.
So vergingen Tage, Monate,……..
Jeden zweiten Tag kochte sie ein köstliches Gericht.
Damit niemand Verdacht schöpfte lernte Li-Li sich zu kontrollieren und verhielt sich gegenüber ihrer Schwiegermutter genauso wie gegenüber ihrer eigenen Mutter.

Nach sechs Monaten veränderte sich die häusliche Atmosphäre.

Li-Li hatte sich so gut unter Kontrolle, dass sie sich kein einziges Mal über ihre Schwiegermutter ärgerte oder „die Nerven verlor“. Ihre Schwiegermutter wurde viel einfühlsamer. Sie änderte ihr Benehmen Li-Li gegenüber und begann sie, wie ihre eigene Tochter zu lieben.

Ständig erwähnte sie ihren Familienmitgliedern und Freunden, dass Li-Li die beste Schwiegertochter sei, die man sich nur wünschen konnte.

Der Ehemann war ganz glücklich über diese Situation.

Eines Tages ging Li-Li wieder zu Herrn Huang und bat ihn ihr jetzt dabei zu helfen, diese ganze Aktion aufzuhalten, denn ihre Schwiegermutter ist jetzt so eine nette Frau geworden und Li-Li liebte sie jetzt, wie ihre leibliche Mutter. Herr Huang gestand Li-Li, dass er ihr nie ein Gift gab, sondern eine sehr Vitaminreiche Teesorte, um die Gesundheit der Schwiegermutter zu verbessern. Dass eigene Gift, das vorhanden war, waren die Gedanken von Li und das Verhalten gegenüber ihrer Schwiegermutter.

In China gibt es ein Sprichwort, das besagt:
„ Ein Mensch der andere gern hat, ist ein Mensch den andere mögen.“

In einer Überlieferung wird erwähnt:
„ Die Herzen der Menschen gewinnt ihr nicht durch euer Vermögen, doch gewinnt ihr sie durch ein Lächeln und ein freundliches Verhalten.“
Hier geht es also nicht darum, um welches Geschlecht es sich handelt, sondern einfach darum, darauf zu achten, dass das eigene Verhalten Vorbildhaft sein soll.

Der Gesandte Muhammed s.a.w.s. wurde jahrelang von seinen „eigenen Leuten“ psychisch und physisch erniedrigt und gequält. Als er nach Jahren seine Geburtsstadt Mekka eroberte, hatte er die Chance Rache auszuüben nicht genutzt.

Viele Dinge geschehen mit Frauen aus deren Unwissen über Allah und darüber was Allah verlangt. Im Quran spricht Allah davon, dass es kein Anbeten des Geschöpfes gibt, sondern nur des Schöpfers.

Das bedeutet, das eine Frau Pflichten gegenüber ihrem Mann hat, das eigentlich der Gehorsam gegenüber Allah ist. Hier ist der Mann nicht wichtig, sondern die Tatsache, dass Allah jedem Menschen Aufgaben erteilt hat, um zu sehen ob sie ihrem Schöpfer gehorsam sind.

Das bedeutet, dass der Mann oder die Eltern nur Symbole sind – es geht eigentlich um Allah.

Im Quran verlangte Allah, dass der Teufel Iblis sich vor dem ersten erschaffenen Menschen niederwerfen sollte, was dieser verwarf. Hier ging es nicht darum, Adam a.s. anzubeten. Er war nur ein Symbol. Es ging darum den Befehl Allahs durchzuführen und darin scheiterte Iblis.

Zum Schluss möchte ich nur erwähnen, dass Denken in jeder Sekunde unseres Lebens stattfindet, manche bewusster als andere. Wenn ich beabsichtige eine Wahl für mein Leben zu fällen, muss ich mich zuerst einmal befragen, was ich beabsichtige.

Der Gesandte, Muhammed s.a.w.s. sagte:
„ Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten.“
(An- Nawawyy)

Abkürzungen:

s.a.w.s .= salla-llahu alaihi wa sallam- Allahs Segen und Friede auf ihm
Wird – dem Qur’ an nach – von Muslimen bei der Nennung des Propheten
Muhammed ehrend hinzugefügt.

a.s. = alaihi- s- salam- Friede sei mit ihm, wird bei alle andere Gesandten, ehrend hinzugefügt

Muslim und An- Nawawyy sind Gelehrte.


Quelle:
http://dawa-news.net/2008/12/die-frau-im-islam-und-ist-selbstandiges-denken-moglich/