Warum sie keinen Schleier tragen wird!


Eine Diskussion von A.Q. Alidost

 

Eine Gespräch für muslimische Schwestern:

 

„Ich bin so leid!“

„Was bist du so leid?“

„Die Leute, die über mich urteilen!“

„Wer hat über dich geurteilt?“

„Wie diese Frau, die mir jedes mal, wenn ich neben ihr sitze sagt, dass ich den Schleier tragen soll!“

„Oh, der Schleier und die Musik! Die Mutter aller Themen!“

„Yeah! Ich höre Musik ohne Schleier... hahaha!“

„Sie wollte dir wahrscheinlich nur einen Rat geben!“

„Ich brauche ihren Rat nicht! Ich kenne meine Religion. Kann sie sich nicht um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern?“

„Vielleicht hast es falsch verstanden. Sie wollte nur zuvorkommend sein.“

„Sich aus meinen Angelegenheiten rauszuhalten wäre nett.“

„Es gehört aber zu ihren Pflichten, dich zu ermutigen Gutes zu tun.“

„Vertrau mir. Das ist keine Ermutigung. Und was heißt „gut“?

„Nun, das Tragen des Schleiers wäre eine gute Tat.“

„Wer sagt das?“

„Das steht im Qur´an, oder nicht?“

„Ja, sie zitierte etwas.“

„Sie zitierte die Sure Nur (Licht) und andere Stellen des Qur´an.“

„Ja, aber es ist aber trotzdem keine große Sünde. Menschen helfen und beten ist wichtiger.“

„Richtig. Aber große Sünden beginnen  mit kleinen Sünden.“

 

„Das ist ein gutes Argument, aber was man trägt ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass man reinen Herzens ist.“

„Was man trägt ist nicht wichtig?“

„Das hab ich gesagt.“

„Warum verwendest du dann jeden Morgen eine Stunde darauf, dich zu stylen?“

„Was meinst du?“

„Du gibst Geld für Kosmetika aus, ganz zu schweigen von den Frisuren für die du Stunden brauchst und von den Diäten.“

„Und?“

„Das heißt, dass es DOCH wichtig ist, was man trägt.“

"No. I said wearing hijab is not an important thing in religion."

„Nein, ich hab gesagt, dass es in der Religion nicht wichtig ist einen Schleier zu tragen.“

 

„Wenn dem so ist, warum wird es dann im Edlen Qur´an erwähnt?“

„Du weißt, dass man nicht alles befolgen kann, was im Qur´an steht.“

„Du meinst, du gehorchst einer Sache nicht, die Allah dir vorschreibt? Ist das in Ordnung?“

„Ja, Allah ist all vergebend.“

„Allah vergibt denen, die ihre Fehler bereuen und sie nicht mehr wiederholen.“

„Wer sagt das?“

„Das Buch, dass dich auffordert, dich zu bedecken.“

„Aber ich mag keine Schleier. Sie beschneiden meine Freiheit.“

„Aber die Lotionen, Lippenstifte, der Mascara und andere Kosmetika machen dich frei?! Wie definierst du Freiheit?“

„Freiheit bedeutet, dass du tun und lassen kannst, was du willst.“

 

„Nein, Freiheit heißt, dass das richtige tut und nicht das wonsch einem gerade ist.“

„Sieh mal. Ich kenne viele Leute, die keinen Schleier tragen und gute Menschen sind. Ich kenne viele Leute, die einen Schleier tragen und keine guten Menschen sind.“

„Na und? Es gibt Menschen, die nett zu dir sind, aber Alkoholiker sind. Sollten wir deshalb alle Alkoholiker sein? Das ist ein dummes Argument.“

„Ich möchte nicht extremistisch oder fanatisch sein. Ich so okay wie ich bin ohne Schleier.“

„Dann bist eine Anhängerin des Diesseits.  Eine Extremistin im Ungehorsam gegenüber Allah.“

„Du verstehst das nicht. Wer soll mich denn heiraten, wenn ich einen Schleier trage?!“

 

„Denkst du, dass alle Frauen, die einen Schleier tragen nie heiraten?“

„Okay. Was ist, wenn ich heirate und mein Mann den Schleier nicht mag? Wenn er verlangt, dass ich ihn ablege?“

„Was ist, wenn dein Mann mit dir eine Bank überfallen will?!“

„Das ist nicht relevant. Banküberfälle sind kriminell.“

„Deinem Schöpfer gegenüber ungehorsam zu sein etwa nicht?“

„Würdest du mich einstellen?“

„In einer Firma, die Menschen wegen ihrer Persönlichkeit anstellen.“

„Nicht nach dem 11. September.“

„Ja. Nach dem 11. September. Du kennst doch Hanan, die jetzt in der medizinischen Fakultät ist? Und die andere, die immer einen weißen Schleier trug? Ich weiß ihren Namen nicht mehr. Hmmm...?“

„Yasmin?"

„Ja. Sie hat gerade ihr MBA (Master of Business Administration) abgeschlossen und wird jetzt mit ihrem GE (General Electric) beginnen.“

„Warum reduzierst du die Religion dann auf ein Stück Stoff?“

„Warum reduzierst du die Welt der Frauen auf Lippenstiftfarben und hochhackige Schuhe?“

„Du hast meine Frage nicht beantwortet.“

„Eigentlich schon. Der Schleier ist nicht bloß ein Stück Stoff. Das Tragen ist eine Gehorsamkeit in schwieriger Umgebung. Es ist mutig, ein Vertrauensbeweis und echtes Frau-Sein. Aber deine kurzen Ärmel, engen Hosen...“

„Das nennt man „Mode“. Lebst du in einem Käfig, oder was? Der Schleier wurde von Männern erfunden, die Frauen unter Kontrolle halten wollen.“

„Wirklich? Ich kenne keine Männer, die mit dem Schleier Frauen kontrollieren könnten.“

„Doch. Genau das ist es.“

„Was ist mit den Frauen, die mit ihren Männern streiten, weil sie einen tragen sollen? Und die Frauen in Frankreich, die von Männern gezwungen werden, ihren Schleier abzulegen?“

„Nun, das ist was anderes.“

„Warum? Die Dame, die dir sagte, dass du ihn tragen sollst war eine Frau, oder?

„Richtig, aber...“

„Aber Mode, die überwiegend von Männern designed und promoted wird sind eine Befreiung für dich? Männer haben keine Macht darüber Frauen auszustellen und zu kontrollieren? Gib mir eine Pause!“

„Warte, lass mich ausreden, ich meinte...“

 

„Was meintest du? Dass Männer mittels des Schleiers Frauen kontrollieren?“

„Ja.“

„Wie denn?“

„In dem sie sagen wie sich anzuziehen haben und was sie anziehen sollen, du Dumme!“

„Sagen dir das Fernsehen, Zeitschriften und Filme etwa nicht, was du anziehen sollst und wie du attraktiv wirst?“

„Natürlich. Da geht es um Mode.“

„Ist das keine Kontrolle? Wenn man dich dazu drängt zu tragen, was man will?“

[Schweigen]

„Man kontrolliert nicht nur dich, sondern auch den Markt.“

„Was meinst du?“

„Ich meine, dass erzählt wird, man müsse schlank sein und dürr wie die Frau auf dem Deckblatt der Zeitschrift von Männern, die diese Zeitschriften entwerfen und diese Produkte verkaufen.“

„Ich verstehe das nicht. Was hat der Schleier mit den Produkten zu tun?“

„Alles hat damit zu tun. Siehst du das denn nicht? Der Schleier ist ein Hindernis für das Konsumverhalten. Frauen geben Milliarden Dollar aus, um schlank zu bleiben und um der Mode zu folgen, die von Männern entworfen wurden... Dann ist noch der Islam, der das alles für unsinnig hält und nur deine Seele beachtet und dir sagt, dass es dich nicht kümmern sollte, was Männer über dein Äußeres denken.“

„Muss ich denn den Schleier nicht auch kaufen? Ist er kein Produkt?“

„Ja. Das ist er. Er ist ein Produkt, das dich von männer- dominiertem Konsumterror befreit.“

 

„Hör auf mich zu belehren, ich werde KEINEN tragen! Er ist unangenehm, rückständig und passt überhaupt nicht in diese Gesellschaft... Außerdem bin ich erst 20 und zu jung, um einen Schleier zu tragen!“

„Na gut. Sag das deinem Herrn am Tag der Abrechnung.“

„Gut.“

„Gut"

[Schweigen]

„Halt den Mund, ich möchte nichts mehr über den Schleier, den Gesichtsschleier oder so hören...!“

[Schweigen]

Sie starrte in den Spiegel und war es leid mit sich selbst zu streiten.

Sie schaffte es die Stimmen in ihrem Kopf einigermaßen zu dämpfen. Ihre eigenen Meinungen entschieden meisterhaft die Streitfrage für sich und sie traf eine Entscheidung, die für die Gesellschaft akzeptable, aber für die Religion inakzeptabel war.

„Ja zu lockigem Haar, nein zum Schleier!“

 

Und verloren geht der, der sie (die Seele) verdirbt.

(Der Qur´an, Sure 91:10)

 

„Gelobt sei Allah!“

 

Doch nein! Ihr zieht das irdische Leben vor. Obwohl das Jenseits besser und dauerhafter ist.

(Der Qur´an, Sure 87:16-17)

 

Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschheit erstand. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Unrechte und glaubt an Allah. (Der Qur´an, Sure 3:110)